Newsletter Oktober/November

    Posted by on Okt 8, 2018

    Liebe Freunde von WORT & TON,

    der Herbst ist da. Zwar sieht er über weite Strecken noch ziemlich sommerlich aus, aber lassen wir uns nicht täuschen: Was da so farbenprächtig von den Bäumen leuchtet, wird bald alles braun sein. An den Laternenmasten ist der Wandel schon vollzogen, wie wir vor ein paar Tagen auf Lesereise durch Sachs … nee, Hessen war es … erleben mussten. Kaum hatten wir den urbanen Raum verlassen und fuhren durch den landschaftlich so schönen Taunus, sahen wir eigentlich nur noch AfD- und NPD-Wahlplakate. Es war der 3. Oktober, der „Tag der deutschen Einheit“, und so schamhaft-nebensächlich auch alle sogenannten Leitmedien unter dem Eindruck der Chemnitzer Menschenjagden über die offizielle Einheitsfeier in Berlin berichteten, müssen wir doch konstatieren, dass zumindest ein Teil der Gesellschaft die „Wiedervereinigung“ wirklich vollzogen hat – die Nazis aus Ost und West nämlich.

    Im ersten Moment wollten wir an dieser Stelle statt „die Nazis“ „der rechte Rand“ schreiben, aber die parteipolitischen Ränkespiele, Schönfärbereien und medialen Totalaussetzer rund um die Causa Chemnitz-Maaßen-Seehofer haben eindrücklich belegt, dass von einer Randständigkeit des Problems längst nicht mehr die Rede sein kann. Selbst die CSU, inzwischen so offen trumpistisch, dass sie sich nicht mal mehr zu blöd ist, ein bayerisches Raumfahrtprogramm mit dem Konterfei von Markus Söder im Logo zu initiieren, wird voraussichtlich bei der anstehenden Landtagswahl ein blau-braunes Wunder erleben.

    Apropos Lesereise: Reisen bildet ja bekanntlich, und so haben auch wir in den letzten Monaten einiges lernen müssen. Zum Beispiel, dass in vielen sächsischen Zeitschriftenläden inzwischen direkt neben der Kasse (einstmals der Platz für Spiegel oder Focus) ein Stapel Compact-Magazine platziert wird. Auch wurden uns Zimmer in Hotels gebucht, in denen auf jedem Stockwerk als einzige Lektüre die Junge Freiheit liegt. Und immer wieder erzählten uns linke und grüne Provinzpolitiker von Anschlägen auf ihr Leben, die von der Polizei bestenfalls als Sachbeschädigung abgeheftet wurden.

    Einige dieser Eindrücke hat Manja Präkels gerade unter dem Titel „Seither herrscht Ausnahmezustand“ für die Schweizer Wochenzeitung WOZ aufgeschrieben. Des Weiteren ist auch ihr im letzten Newsletter angekündigter Freitag-Leitartikel „Die das Fürchten lehren“ nun online, und für ihren Spiegel-Artikel „Echte Männer, geile Angst“ ist endlich die Bezahlschranke gefallen. Die Lesetour mit den „Schnapskirschen“ (demnächst: 5. Auflage!) geht unterdessen unverdrossen weiter, auf der Buchmesse ebenso wie „draußen im Lande“. Und weil im November die gescheiterte Revolution von 1918 hundert wird, reisen wir dann auch wieder mit DER SINGENDE TRESEN und dem Erich Mühsam-Programm „Das seid ihr Hunde wert!“. Passend dazu nähert sich Markus Liskes Buch „Sechs Tage im April“ über Erich Mühsam und die Räterepublik inzwischen der Fertigstellung und wird voraussichtlich im März im Verbrecher Verlag erscheinen. Hier aber erst mal die anstehenden …

    TERMINE

    Do. 11. Oktober, 11:00
    Diskussion „Streiterinnen! Klare Worte gegen rechts?“
    mit: Manja Präkels, Jagoda Marinic und Nadja Erb
    Lesezelt
    Frankfurter Buchmesse

    Do. 11. Oktober, 13:00
    Manja Präkels bei Detektor FM
    Stand N99, Halle 4.1
    Frankfurter Buchmesse

    Fr. 12. Oktober, 10:30
    Weltempfang-Diskussion „Rechtsextremismus in Romanen in Frankreich und Deutschland“
    mit: Manja Präkels und Jérôme Leroy
    Stand B81, Halle 4.1
    Frankfurter Buchmesse

    Fr. 12. Oktober, 13:00
    Manja Präkels im Gespräch und musizierend mit Florian Segelke (Der Singende Tresen)
    Deutschlandfunk Kultur, Halle 3.1
    Frankfurter Buchmesse

    Fr. 12. Oktober, 17:30
    Verleihung des Deutschen Jugenliteraturpreises 2018
    Saal Harmonie, Congress Center
    Frankfurter Buchmesse

    Do. 18. Oktober, 19:00 Uhr
    Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Schloss Dermbach
    Dermbach (Thüringen)

    Fr. 19. Oktober, 20:00 Uhr
    Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Antifa Jugendkongress im AJZ
    Chemnitz 

    Mi. 24. Oktober, N.N.
    Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Uni Leipzig (watch out for details!)
    Leipzig

    Di. 30. Oktober, 22:00
    Jungle World-Diskussion“Techno against Fascism“
    Mit: Manja Präkels, Julia Hoffmann, Thorsten Mense, Solveijg Höppner
    AZ Conni
    Dresden

    Do. 01. November, 20:00
    „Schnapskirschen“ mit Musik
    Es lesen, spielen und singen: Manja Präkels (Stimme, Sounds), Moritz Köther (Stimme, Klarinetten), Benjamin Hiesinger (Kontrabaß)
    Kulturbaustelle
    Suhl
    Thüringen

    Mi. 07. November, 20:00
    Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“
    Hafenklang
    Hamburg

    Sa. 10. November, 19:30
    „Schnapskirschen“ mit Musik
    Es lesen, spielen und singen: Manja Präkels (Stimme, Sounds), Thorsten Müller (Stimme, Klarinetten & mehr), Benjamin Hiesinger (Kontrabaß)
    Kulturbahnhof
    Chorin
    Brandenburg

    So weit für heute. Ab Mitte November geht es dann mehrfach nach Bayern – sowohl mit den Schnapskirschen als auch mit Mühsam. Die Termine dazu gibt es im nächsten Newsletter.

    Eure Herbstzeitlosen von WORT & TON

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