Alexanderplatz
Möwen kreisen überm Alexanderplatz
noch immer bläst uns eisig Wind entgegen
Alter
Schnee, zu Inseln aufgetürmt
auf Wiesen die,
ergraut, sich noch nicht regen
Jogginghosenträger
zocken Zahn um Zahn
mit den Hütchenspielern
nebenan, dann
weil es so nicht weitergehen darf
baun´se neue Häuser an den Himmel ran
Bunte
Hunde bellen hellen Stimmen nach
Zwei
Füße irrn umher und bleiben stehen
Jemand sucht, was andere verliern
Tram die bimmelt, bis die
Füße weitergehn
Möwen
kreischen um die olle Budenwurst
Der Dampf entweicht nach
allen Ecken, Enden
Müde Männer trinken
ohne Durst
Graue Jutebeutel hängen schlaff an
Händen
Lärm, Tatütata
und viel Brimborium
Die Durchsetzung der
allerneusten Normen
So als wäre dies ein
erster Test
zur Wirkungsmächtigkeit von Uniformen
Schwere Einkaufstüten prallgefüllt mit Nichts
stoßen aneinander wie an jedem Ort
schleppen Opas
Omas Hausgeräte
hinterher und protestieren
immerfort
Möwen kreisen, ziehn umher bei
Dämmerlicht
zur Spree, wo alte Kähne
leuchten vis à vis
in deren Bäuchen
sammeln elegant
die Damen Reste vom Menü
fürs Federvieh
Aktuelle Besetzung:
Manja
Präkels – Texte, Komposition, Gesang,
Ukulele
Thorsten Müller
– Klarinette, Bassklarinette, Akkordeon, Piano, Komposition,
Stimme
Benjamin Hiesinger
– Kontrabaß, Komposition
Florian
Segelke – Gitarren, Komposition
Lilia
Antico – Vibraphon, Perkussion, Piano,
Komposition, Stimme
Markus Liske
– Texte, Stimme
DER SINGENDE TRESEN - A
BARTENDERS NIGHTMARE
Es waren einmal zwei Menschen, die trafen sich hinterm Tresen einer kleinen Bar in Ost-Berlin. Gelangweilt von den ewig gleichen, traurigen Geschichten der Trinker, begannen die beiden, Musik zu machen. Sie hatte eine Stimme und den Kopf voller Texte. Er besaß eine eigene Gitarre. Das war der Anfang - „once again“. In dieser Bar trug es sich zu, daß einer mit ´ner Klarinette unterm Arm erschien und grinste. Sie wurden Freunde. Fortan zogen die Drei gemeinsam herum, durch dieses neu vereinte und doch so gebrochene Land und schrieben dabei ihre Lieder über das alte „Lachen ohne zu weinen“-Ding (Kurt Tucholsky). Eines Tages begegneten sie dann einem, der war fast unsichtbar hinter seiner „big Lady“, einem wunderschönen Kontrabaß, der Liebe seines Lebens. „Love“, rief da ein Anderer, „Love is all we need!“ Aber das war nur ein Witz. Die Art Witz, mit der ein enttäuschter Romantiker seinen Alpträumen begegnet – als Satiriker. „Du bist traurig genug für unsere Reise“, sagten die Vier und luden ihn ein, sie zu begleiten. So flossen die Jahre die Flüsse hinab, bis schließlich eine zweite Barfrau des Weges kam, Softeis in beiden Händen. „Ich bin ein Rhythmus-Junkie“, sagte sie, „und mein Kopf ist voll Konfetti ...“
Und so ist er nun DER SINGENDE TRESEN: Mal düster, mal fröhlich – nicht schön aber selten.
So
ließe sich die Geschichte erzählen, aber auch
vollkommen
anders. Was als Schnapsidee in einer Kneipe begann, hat uns in
wechselnden Besetzungen quer durchs Land und über seine nur
scheinbar offenen Grenzen hinaus geführt. Manchmal gab es
Streit,
notwendigen und solchen ohne Not oder aber wegen ihr, der Not. Aber das
konnte unser Piratenschiff nicht zum Kentern bringen. Die Reise geht
weiter. Eine sturmumtoste Fahrt ins offene Meer der
Möglichkeiten?
Nichts bleibt so, wie es ist?
“It´s
the same old world, but nothing looks the same …” (Waits/Brennan)
SPERRSTUNDENMUSIK – das ist es, was wir machen. Für Euch, für uns und auf das Leben!





