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Clowns im Regen
(für Uta Pilling und Jens-Paul Wollenberg)
Die
Jackentaschen voller Traurigkeiten
dies ist kein
Glückstag, nein, ich geb' es zu
So lang schon
mangelt's uns an guten Zeiten
Nun wart' ich auf die
nächsten, so wie du
Die Tage schleppen
sich auf krummen Wegen
durch nimmermüde
Friß-und-Stirb-Manie
Wir lächeln stumm
und haben nichts dagegen
Man nennt uns schlicht das
Oberwimmervieh
Es regnet, schneit und hagelt
allerorten
wäscht die Qietsche-Farben einfach weg
Alle schmeißen hin und keiner Torten
Alles steht
wie einst am selben Fleck
Dauernd rennen
Kühe auf die Gleise
Hühner vor die Busse,
jottseidank
haben wir schon selber eine Meise
denn andernfalls, da machte uns das krank
Ein
Lampion bammelt heldenhaft im Winde
er trägt dabei
ein fröhliches Gesicht
während´s hinten plärrt aus seinem Kinde
Ganz offensichtlich mag es Märsche nicht
Regendüster
geht der Tag zu Ende
Katze schnurrt und niest auf ein
Gedicht
Wir helfen ihr und klatschen in die Hände
Sie findet die Balkonientüre nicht
Die
meisten Münder hängen in den Seilen
Wer weint wird schneller einsam als wer lacht
Mit dem Lachen soll´n wir uns beeilen
und zwar weil´s sonst ein andrer für uns
macht

„Trefflich eingefangen hat der Singende Tresen eine Berliner Stimmung, der man fernab der Szenelokale im Prenzlauerberg und der neuen Mitte nachspüren kann. Wo die unscheinbare Bar an der Ecke Künstler, Arbeits-lose, Alt-Sozialisten und ab und an einen verloren gegangenen Partygänger friedlich zusammenführt und zu später Stunde Lebensgeschichten ausgetauscht werden bis die Barfrau die Stühle hochstellt. Sperrstundenmusik spiegelt für mich ein (Ost-?)Berliner Lebensgefühl wider, das in den Hochglanzreiseführern - glücklicherweise - nicht erwähnt wird und am Hackeschen Markt nicht gefunden werden kann.“ Eva Maria Kiltz / CD des Monats in der Liederbestenliste
"Es gibt sie also doch noch, die Bands, die unbeirrt ihr
Ding
durchziehen, die nicht ängstlich auf den Massengeschmack und
den
Tonträgerverkauf schielen. "Der Singende Tresen" nennt sich
das
Quintett aus Berlin. Und wer bei Herkunft und Namen der Gruppe gleich
an
Schunkelsongs à la "Kreuzberger Nächte" denkt,
könnte falscher nicht
liegen. Zwar sprühten die Texte nur so von Witz und
Wortspielen, aber auf einem
ungleich höheren Niveau. Hier blitzte die große
Berliner Chanson-Tradition der
Goldenen Zwanziger des vorigen Jahrhunderts auf, als hätten
Tucholsky,
Hollaender und Compagnie gerade ihre Auferstehung gefeiert. Die Themen
finden
die Tresenritter allerdings mehr im Hier und Jetzt, ohne jedoch den
typischen
Berliner Humor vermissen zu lassen. Verpackt wird diese anspruchsvolle
Wortakrobatik in Anklänge an Blues und Folk, Postpunk und
Hillbilly, Dixiejazz
und Klezmer, die vom "Singenden Tresen" zu einem völlig
eigenständigen und vor allem eigenwilligen Stil gemischt
werden. Um Frontfrau,
Texterin und Sängerin Manja Präkels haben sich vier
kongeniale Musiker
gefunden, natürlich an einem Berliner Tresen." Neue Presse Coburg 10/10
„Wer so
gekonnt Melancholie
verbreitet wie Der Singende Tresen, bereitet einem schon wieder gute
Laune. Der Gruppe um Manja Präkels, die für die
hervorragenden Texte genauso verantwortlich zeichnet wie für
den
wunderbaren, wandelbaren Gesang, gelingen außerordentliche
Stimmungsbilder, absurde Geschichten und voglige
Träumereien.“ Trottoir 55/07
„Hinzu kommt eine Gruppe, die mich unglaublich überzeugt hat. Manja Präkels, eine Sängerin, Dichterin, hat eine Gruppe, die heißt ‚Der singende Tresen’, ein Quintett. Sie schreibt Texte, die durchaus mit Kämpfen im wörtlichen Sinn (...) zu tun haben, die singen nämlich an Orten, wo die Rechten das Sagen haben. Und die singen eine Musik, die macht Mut, die beschreibt die Situation, mit Poesie, mit Witz. Sie bekennt sich auch zu Tugenden wie der Liebe, also da wird nichts ausgeklammert, es wird auch geheult, es wird geschimpft und es wird gekämpft. Die machen das zu einer Musik, da wärt ihr ausgeflippt, jiddische Musik mit einem absoluten Ass an der Klarinette. Und die Frau ist noch nicht mal 30. Das war für mich ein Aha-Erlebnis, wo ich sage, so viel Angst brauchen wir gar nicht zu haben, solange es diese gibt.“ Tom Schroeder (Liederbestenliste) im Folker!-Gespräch 02/05
„Une jeune formation, Der singende Tresen (Le comptoir chantan), absolument épatante propose une forme de chanson empruntant bien sûr à la forme du cabaretmais tout à fait dans le genre de la chanson réaliste qui connaît un fort succès en France aujourd’hui.“ La scène (Frankreich) März 04





