Suche

März und April 2019

Posted by on Mrz 22, 2019

Liebe Freunde von WORT & TON,

wieder hat ein rechtsextremer Killer wahllos auf Menschen geschossen, diesmal im neuseeländischen Christchurch. Die Bilanz: bislang 50 Tote. Erklärtes Idol des Täters war Anders Breivik, der 2011 in Norwegen 77 Menschen ermordete. Gleich diesem verfasste er zuvor ein nazistisches Manifest. Mit dem Titel „Der große Austausch“ verweist es auf einen gleichnamigen Essay von Renaud Camus, einem Vordenker der französischen „Neuen Rechten“. Auf deutsch erschien Camus‘ Buch beim Antaios Verlag, dessen Verleger Götz Kubitschek sich zuletzt auf jeder deutschen Buchmesse mit Björn Höcke (AfD) die Hauptrolle im großen „Mit Rechten reden?“-Pressedrama teilen durfte. Kernaussage dieses Dramas: Die freie Gesellschaft muss rechtsxtreme Verlage, Schriftsteller, Zeitschriften nicht nur aushalten, sondern mit ihnen den Diskurs treten – könnte ja auch gewinnbringend sein.

Linke Proteste gegen die Veranstaltungen von Kubitschek, Höcke und Co. wurden folglich als antidemokratisch abgestempelt, und die Schutzstaffel der Identitären Bewegung, die im Auftrage der genannten Herren gegen diese Demonstranten vorging, konnte sich als Gralshüterin der Demokratie inszenieren.

Insofern war es wohl nur folgerichtig, dass der Kopf der Identitären in Halle, Mario Müller, kürzlich bei der Geburtstagsparty des Ex-Spiegel-Redakteurs Matthias Matussek (inzwischen bekennender Anhänger der Identitären) zu Gast war und zahlreiche bekannte Medienmenschen darin keinen Hinderungsgrund für ihre eigene Teilnahme sahen. TV-Promi Reinhold Beckmann gab nachher zwar so was wie eine halbgare Entschuldigung ab. Andere dagegen fanden und finden auch noch immer nichts dabei. Wie der Spiegel-Kolumnist Jan Fleischhauer, der seinen Lesern sinngemäß erklärte, Matussek sei zwar ein bisschen nach rechts entglitten, aber nun einmal sein Freund. Punkt. Dass man Freundschaften auch kündigen kann, bzw. dass man, wenn denn einer entgleitet, gerade als Freund die Verbindung kappen sollte (wie etwa bei Drogensüchtigen), das hat Fleischhauer entweder nie gehört, oder aber seine Erklärung ist ebenso scheinheilig wie die Beckmanns, und in Wirklichkeit finden beide Matusseks identitäre Positionen zumindest diskutabel. Genau wie Götz Kubitschek und seinen Antaios Verlag, ja, möglicherweise sogar Renaud Camus‘ Essay, der den Killer von Christchurch motivierte. Das Attentat selbst aber natürlich nicht – wo denken Sie denn hin?!

Auf der nun anstehenden Leipziger Buchmesse wird der Antaios Verlag angeblich nicht vertreten sein. Dafür sind wir da. Manja Präkels hat (die dritte Buchmesse hintereinander!) wieder Termine mit ihrem „Schnapskirschen“-Dauerbrenner, mit dem sie in diesem Jahr sogar mehrfach ins europäische Ausland touren wird (u.a. Frankreich, Niederlande, Schweden). Selbst eine Übersetzung ins Griechische ist bereits auf dem Weg. Und Markus Liske wird sein Buch „Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik“ (Verbrecher Verlag) sowie das gleichnamige Hörbuch (Speak Low)  mit Robert Stadlober und fulminanten neuen Songs von Der Singende Tresen vorstellen. Hier die (und einige andere) …

Termine

Sa. 23. März, 10:30 Uhr

Manja Präkels beim Symposium „Politisch positioniert!“ des Arbeitskreises für Jugendliteratur

Congress Center, Saal 4

Leipziger Buchmesse

Sa. 23. März, 18:00 Uhr

Manja Präkels, Marcus Böick und Gesine Oltmanns diskutieren „Über Träume, Treuhand und Nazis“

linXXnet

Leipzig

Sa. 23. März, 21:00 Uhr

Buch-/Hörbuch-Vorstellung „Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik“

Markus Liske liest und steht anschließend Christine Pfeifer (Jungle World) Rede und Antwort. Manja Präkels singt zur Ukulele ein paar der Neuen Mühsam-Vertonungen von Der Singende Tresen. Anschließend wird gefeiert!

KuApo – Die Kulturapotheke

Leipzig

Do. 28. März, 19 Uhr
Manja Präkels zu Gast bei „Richtige Literatur im Falschen: Schreiben gegen rechts!“ Diskussion mit: Enno Stahl, Jörg-Uwe Albig, Thomas Wagner, Sandra Gugic

Literaturforum im Brecht-Haus

Berlin-Mitte

Do. 04. April, 19 Uhr

Markus Liske und Manja Präkels lesen aus: „Sechs Tage im April“ / „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ und diskutieren mit Dr. Michael Ott über „Literatur und Politik“

Monacensia

München

Fr. 05. April, vormittags (Schülerlesung / Uhrzeit bitte nachfragen)

Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

Monacensia

München

Fr. 05. April, 19 Uhr

Markus Liske liest: „Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik“

Iwalewa-Haus

Bayreuth

Sa. 06. April, 19 Uhr

Lesung & Konzert „Sechs Tage im April“ / „Das seid ihr Hunde wert! (Mühsamblues)“ zum 100. Jahrestag der Bayerischen Räterepublik – mit: Markus Liske, Manja Präkels & Der Singende Tresen

Polka Bar

München

Mo. 08. April, 20 Uhr

Markus Liske & Manja Präkels auf Franz Doblers Lesebühne „Dichtung und Fortschritt“

Staatstheate / Ofenhaus im Gaswerk

Augsburg

Mi. 10. April, 20 Uhr

Markus Liske liest: „Sechs Tage im April – Erich Mühsams Räterepublik“

Koeppenhaus

Greifswald

Hier machen wir fürs erste Schluss. Wann und wo wir noch so sein werden, lest ihr im nächsten Newsletter. Bleibt aufrecht und haltet euch fern von falschen Freunden!


Eure Identitätskritiker in der
Gedankenmanufaktur WORT & TON

Impressum | Datenschutzerklärung