Januar, Februar, März 2020

    Posted by on Jan 23, 2020

    Liebe Freunde von WORT & TON,

    ein glückliches neues Jahr wünschen wir Euch und wünschen wir ganz besonders auch den Menschen und Koalas auf der Südhalbkugel unseres Planeten, die in den letzten Wochen auf schreckliche Weise erfahren mussten, dass Klimawandel ein Euphemismus für Klimakatastrophe ist.

    In unserem Dezember-Newsletter hatten wir euch ja schon vorgewarnt, dass wir die Januar-Ausgabe am Strand von Tel Aviv schwänzen würden. Dafür gibt es den Februar-Newsletter nun etwas früher als normal. Später, nein, viiiiel später als normal hat dagegen gerade der Bundeshorst im Heimatministerium beschlossen, die Nazivereinigung Combat 18 zu verbieten. Aber das muss man verstehen. Die Gruppe hatte es den Kriminalämtern und Geheimdiensten auch wirklich schwer gemacht, zu der Einschätzung zu kommen, dass sie „mit dem Nationalsozialismus wesensverwandt“ sei: Adolf Hitler durch die Zahl 18 zu ersetzen – da muss man erst mal drauf kommen! Und nach ihren Rohrbombenanschlägen in England einfach keine Bekennerschreiben zu schicken – wie ausgebufft! Gut, Kontakte mit der Terrorzelle NSU waren zwar bekannt, aber hey, die hatte der Verfassungsschutz schließlich auch und ist deswegen noch lang keine verfassungsfeindliche Organisation – oder?

    Immerhin: Combat 18 ist jetzt verboten. Mit der NPD hat das ja zweimal nicht so gut geklappt. Einmal wegen Verfahrensfehlern, das andere Mal, weil der Richter befand, die Partei sei zu unbedeutend, als dass von ihr eine reale Gefahr ausgehen könne. Ähnlich hat die SPD lange über ihren völkischen Genossen Thilo Sarrazin gedacht, weshalb es nach Erscheinen seines multipel menschenfeindlichen Bestsellers „Deutschland schafft sich ab“ ganze 9 Jahre (und vier weitere Hetzschriften) brauchte, bis man im letzten Jahr beschloss, den rechten Vordenker aus der Partei auszuschließen.

    Mit dieser seltsamen rechtsseitigen Beißhemmung stehen die Sozialdemokraten allerdings nicht allein. Die Ursache solcher einseitigen Halsversteifungen, sagt das Medizinlexikon, sind grundsätzliche Haltungsprobleme:Unbehandelt verkürzen sich die Muskeln und verhärten, dein Körper bewegt sich immer weiter in eine Fehlhaltung hinein, um dem Schmerz auszuweichen.“ Genau das haben nun in den letzten 30 Jahren weite Teile von Politik und Medien getan und den Rechtsextremen damit einen beeindruckenden „Marsch durch die Institutionen“ ermöglicht – nachzulesen in Markus Liskes Artikel „Baseballschläger zu Schusswaffen“ in der Jungle World. Auch Manja Präkels hat in den letzten Wochen neue Texte fertiggestellt, die aber noch nicht erschienen bzw. online sind. Die Verlinkung folgt also erst nächsten Monat. Noch ein bisschen Pause hat DER SINGENDE TRESEN, aber dafür stehen schon wieder ein paar „Schnapskirschen“-Lesungen an, mal mit, mal ohne Musik. Der eigentliche Grund für diesen verfrühten Februar-Newsletter ist allerdings die erste Theateradaption der „Schnapskirschen“. Zu sehen ist sie am Theater Junge Generation in Dresden. Das Stück läuft dort vorerst bis Mitte März, die Februarvorstellungen sind allerdings schon restlos ausverkauft. Also ran an den virtuellen Ticketschalter! Hier unsere weiteren ….

    Termine

     

    Fr. 24. Januar, 09:00 Uhr

    Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ / Schülerlesung

    Zentralbibliothek

    Dresden

     

    Fr. 24. Januar, 19:30 Uhr

    Manja Präkels: „Kirschen mit Musik“

    begleitet von Hannes Daerr (Klarinette) und Benjamin Hiesinger (Kontrabass)

    Zentralbibliothek

    Dresden

     

    Sa. 25. bis Do. 12. März

    Theaterstück „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

    Theater Junge Generation

    Dresden

     

    Sa. 08. Februar, 17:00 Uhr

    „Oh, Baby, Baby it’s a wild world!“

    Debatte mit: Manja Präkels

    Literaturcamp

    München

     

    Mo. 10. Februar, 10:00 Uhr

    Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ / Schülerlesung

    Monacensia

    München

     

    Di. 11. Februar, 19:00 Uhr

    „Anstand, Freiheit, Toleranz“

    Debatte mit: Manja Präkels, Meron Mendel, Magdalena Hübner und Astrid Séville

    Monacensia

    München

     

    Do. 27. Februar, 10:45 Uhr

    Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ / Schülerlesung

    Friedrich-Ebert-Gymnasium

    Berlin

     

    Di. 03. März, 17:00 Uhr

    Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

    Gemeindezentrum 

    Wiesbaden-Nordenstadt

     

    Mi. 04. März, 09:45 Uhr

    Manja Präkels liest: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ / Schülerlesung

    Rheingauschule

    Geisenheim

     

    Do. 05. März, 20:00 Uhr

    4. Theatergespräch Ost/West

    Diskussion mit Manja Präkels, Steffen Mensching und Udo Eidinger 

    Theater

    Erlangen

     

    Zu Schluß wünschen wir Euch noch mal ein großartiges Jahr 2020! Möge es Hirn vom Himmel regnen, ja, möge es überhaupt hin und wieder regnen – nicht nur, aber besonders drunten in Australien …


    Eure Koala-Lobbyisten in der
    Gedankenmanufaktur WORT & TON

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