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Das literarische Rondell“ – Literaturbühne am Kreuzberger Mehringplatz

Demnächst:

01.09. Ahmad Katlesh und Ulrike Almut Sandig: „Klangkörper“-Performance

Weiter Schreiben: „Klangkörper“

Eine Lyrik-, Sound- und Tanz-Performance von & mit Ahmad Katlesh und Ulrike Almut Sandig sowie dem Tangotänzer Bassel Fatloun

Das Projekt „Weiter Schreiben“ wurde 2017 als literarische Plattform für Autorinnen und Autoren aus Kriegs- und Krisengebieten gegründet, um ihnen auf dem Onlineportal weiterschreiben.jetzt sowie über Tandem-Lesungen mit deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen eine Plattform für ihr Weiterschreiben im Exil zu bieten.

Der Schriftsteller und Journalist Ahmad Katlesh und die Lyrikerin Ulrike Almut Sandig bilden eines dieser Tandems. Die beiden lesen nicht nur gemeinsam Texte auf Arabisch und Deutsch, sondern arbeiten auch mit Sounds und Körperlichkeit. In ihrer Lyrik-Performance „Klangkörper“, bei der sie zusätzlich von dem Tangotänzer Bassel Fatloun unterstützt werden, bringen sie diese drei Komponenten auf der Bühne zusammen.

Ahmad Katlesh wurde 1988 in Damaskus geboren. Nach mehreren Jahren in einem jordanischen Flüchtlingslager kam er 2017 mit einem Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung nach Deutschland. Heute lebt er als Schriftsteller und Journalist in Berlin. Sein erster Gedichtband auf Deutsch erschien 2020 unter dem Titel „Das Gedächtnis der Finger“. Er forscht außerdem über Klang in arabischer Lyrik und veröffentlicht auf seinem Soundcloud-Kanal TIKLAM gesprochene arabische Literatur. 2020 wurde er mit dem Chamisso-Publikationsstipendium der Friedrich-Baur-Stiftung ausgezeichnet.

Ulrike Almut Sandig wurde 1979 in Großenhein (Sachsen) geboren und lebt und arbeitet heute in Berlin. Sie veröffentlichte mehrere Erzähl- und Gedichtbände sowie 2020 den Roman „Monster wie wir“. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet die mehrfach ausgezeichnete Autorin immer wieder auch an der Schnittstelle zwischen Poesie und Musik, u.a. mit der Performerin Hinemoana Baker (Neuseeland), der Fusion-Rockband Alif (Indien) und dem ukrainischen Dichter & Rapper Grigory Semenchuk. Mit letzterem veröffentlichte sie als „Poetrykollektiv Landschaft“ 2018 ein gleichnamiges Musikalbum.

 

Pressemitteilung


  • Wiederbelebung des früheren Belle-Alliance-Platzes als Literaturort
  • Jeden 1. Donnerstag im Monat im Café MadaMe am Mehringplatz 10
  • Kooperationsprojekt von WORT & TON, HAU – Hebbel am Ufer, Verbrecher Verlag, Die Globale e.V und Kunstwelt Berlin e.V.
  • Auftaktveranstaltung am 02. Juni mit Manja Präkels, Markus Liske & Der Singende Tresen

Berlin, 23.05.2022

Einst war die südliche Friedrichstadt mit ihrem prächtigen Belle-Alliance-Platz als größtes Presseviertel der Welt bekannt. Zahlreiche Zeitungen wurden hier produziert und Literaten wie Theodor Fontane, Kurt Tucholsky, Theodor Wolff oder Alfred Kerr trafen sich in den Cafés, um sich über neue Publikationen und die politische Weltlage auszutauschen. Heute zerfällt das im Krieg komplett zerstörte Quartier in zwei Teile: Während sich zwischen Kochstraße und Theodor-Wolff-Park längst wieder kulturelles Leben etabliert hat, sind die Siedlungswohnbauten der 1970er Jahre rund um den heutigen Mehringplatz von Vernachlässigung und Verfall gezeichnet. Kulturelle Angebote, zumal solche, die sich mit den Krieg-, Flucht- und Ausgrenzungserfahrungen der mehrheitlich postmigrantischen Einwohner beschäftigen, sind rar.

Das literarische Rondell“ möchte mit zunächst acht abendfüllenden Lesungen im Café MadaMe, dem heute einzigen Café am Mehringplatz, diese Lücke füllen und insbesondere Autorinnen und Autoren einladen, die sich persönlich in Prosa und Lyrik mit Themen auseinandersetzen, die entweder konkret mit dem Leben der Menschen im Kiez korrespondieren oder die Historie des Viertels in den Mittelpunkt stellen.

Den Auftakt machen Manja Präkels, Markus Liske & Der Singende Tresen mit ihrem literarisch-musikalischen Programm „Wo ist Zuhause, Vogelherz?“, mit gelesenen und vertonten Texten von Erich Mühsam, Mascha Kaléko, Christa Reinig, Günter Bruno Fuchs, Heiner Müller, Hilde Domin, Joseph Roth, Christine Lavant u.v.m. zu Krieg und Flucht, Grenzüberschreitung und Ankommen, „Heimat“ und Zuhause.

Wo ist Zuhause, Vogelherz?

Do., 02. Juni – 20 Uhr Café MadaMe

Mehringplatz 10

10969 Kreuzberg

Das literarische Rondell“ ist ein Kooperationsprojekt von WORT & TON, HAU – Hebbel am Ufer, Verbrecher Verlag, Die Globale e.V und Kunstwelt Berlin e.V. und wird gefördert von der Stiftung Preussische Seehandlung.

Am 30. Juni geht es dann unter dem Titel “Gleiche Sorgen”* mit Nuray Demir, Efsun Kızılay, Hülya Kıymet Kılıç und Saboura Naqshband um Empowerment und Selbstorganisation in den Gedichten von Semra Ertan.

Und am 07. Juli liest die großartige Eva Ruth Wemme aus „Meine 7000 Nachbarn„.

Weitere Lesungen: 04.08. Theodor Wolff: „Die Schwimmerin“ (präsentiert vom Verleger Stefan Weidle), 01.09. Ahmad Katlesh und Ulrike Almut Sandig: „Klangkörper“-Performance, Dilek Güngör: „Vater und ich“  sowie Volha Hapeyeva: „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“.

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