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    Lesung: Manja Präkels: Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

    August 26 @ 19:00 - 22:00

    Die Lesung findet draußen statt.
    Anfang der 90er Jahre radikalisierte sich die extreme Rechte in weiten Teilen Deutschlands immer mehr. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet und als Konflikte zwischen Jugendgruppen bagatellisiert, kam es zu einer Vielzahl massiver Gewaltakte gegen alle, die nicht ins rechte Weltbild passten. Nur wenige Angriffe wurden öffentlich thematisiert, wie die tagelangen rassistischen Angriffe auf Wohnhäuser von Vertragsarbeitern und Asylunterkünfte in Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen oder die Brandanschläge von Mölln und Solingen mit insgesamt acht Toten. Parallel wurden immer wieder Morde an Einzelpersonen verübt. Nur wenige davon, wie der an Alexander Selchow in der Silvesternacht 1990/1991 in Rosdorf bei Göttingen, fanden ihren Weg an die Öffentlichkeit. Die Polizei reagierte, wenn überhaupt, mit der Kriminalisierung antifaschistischer Strukturen. Trauriger Höhepunkt dieser Entwicklung war in Göttingen die Ermordung von Conny Wessmann, die im Zusammenhang mit Ausschreitungen rechter Skinheads von der Polizei auf die vielbefahrene Weender Landstraße getrieben wurde.
    Geradezu katastrophal entwickelte sich die Lage in den „neuen“ Bundesländern, wo es immer wieder zu mörderischen Menschenjagden kam und es den Rechtsextremen in vielen Regionen gelang, sich hegemonial zu etablieren. Die Nachwirkungen davon sind heute noch spürbar und zeigen sich immer wieder auch an aktuellen Wahlergebnissen. Dennoch fand diese Entwicklung medial lange Zeit kaum Beachtung. Erst in den letzten Jahren wuchs die Bereitschaft, sich mit der rechtsextremen Landnahme in Ostdeutschland nach 1990 auseinanderzusetzen. Einen großen Anteil daran hat sicherlich Manja Präkels, die sich diesem Thema bereits 2011 mit dem Sammelband „Kaltland – Eine Sammlung“ (gemeinsam mit Karsten Krampitz und Markus Liske) widmete.
    2017 erschien schließlich Manja Präkels‘ autobiographisch geprägter Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“. Darin erzählt sie die Geschichte von Mimi, die in einer brandenburgischen Kleinstadt aufwächst und zum Zeitpunkt des Mauerfalls 15 Jahre alt ist. Mit der Wende brechen die sozialen Strukturen von Mimis Welt auseinander, in der Kleinstadt verbreiten rechtsextreme Schlägertruppen eine Atmosphäre von Angst und Gewalt. Die Elterngeneration ignoriert diese Entwicklung und lässt ihre Kinder in der sich immer weiter drehenden Spirale der Gewalt allein.
    „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ ist eine eindrückliche und bedrückende Geschichte vom Aufwachsen in der unmittelbaren Nachwendezeit, die mit ihrem Erscheinen die Diskussion über rechtsextreme Strukturen der Neunzigerjahre und ihr Fortwirken bis heute neu befeuert hat.
    Manja Präkels ist Autorin, Sängerin (Der singende Tresen) und Journalistin. Gemeinsam mit Markus Liske betreibt sie die Gedankenmanufaktur „Wort und Ton“. Vor „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ hat sie verschiedene Bücher über Erich Mühsam und die Entwicklung der extremen Rechten seit 1989 herausgegeben. Für den Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ hat sie verschiedene Preise erhalten, wie den „Anna Seghers-Preis“ 2018 und den „Deutschen Jugendliteraturpreis“ 2018.
    Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ist mit Einschränkungen zu rechnen. Bitte informiert Euch rechtzeitig über das bestehende Hygienekonzept des Theaterkellers. Die Veranstaltung wird draußen stattfinden. Bei Rückfragen meldet Euch gerne unter: kellerquiz@riseup.net
    https://www.facebook.com/events/332691651738521/

    Details

    Datum:
    August 26
    Zeit:
    19:00 - 22:00
    https://www.facebook.com/events/332691651738521/

    Veranstaltungsort

    T-Keller

    Veranstalter

    Bärndt Schultz
    E-Mail:
    noreply@facebookmail.com

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