Newsletter April/Mai

    Posted by on Apr 7, 2016

    Liebe Freunde von WORT & TON,

    endlich Frühling! Wie einem da das Herz aufgeht! Das Wetter stimmt die Menschen milde, und das ist im Prinzip auch gut so. Aber muss man deshalb gleich so milde werden, dass man jeden Verstorbenen zur Lichtgestalt verklärt? Nehmen wir nur Hans-Dietrich Genscher. Klar, die abstehenden Ohren waren schon ziemlich lustig. Ebenso lustig wie der Titanic-Comic „Genschman“ und die Beleuchtungspanne bei seinem Auftritt auf dem Balkon der hause 081115Prager Botschaft im September 1989. Das ist jedoch kein Grund zu verschweigen, dass die Jugoslawienkriege außerhalb Deutschlands völlig zu Recht als „Genscher’s War“ bezeichnet werden. Der Tod nimmt dem Menschen nur das Leben, nicht die Verantwortung. Nicht tot (bzw. grässlich untot) ist Genschers Partei, die FDP, wie die Wahlen in Rheinland Pfalz (+2%), Baden-Württemberg (+3%) und Sachsen-Anhalt (+1%) gezeigt haben. Aber dass dieser Wahlabend als „Night of the Living Dead“ in die Geschichte eingeht, dafür sorgten andere. Allen voran die AfD, die den Beleg erbrachte, dass – je nach Region – mindestens 12 bis 24 Prozent der Menschen um uns herum in Wahrheit völkische Zombies sind, aber auch führende „Köpfe“ sämtlicher anderer Parteien, die das alte „Ich bin kein Rassist, aber …“ in so vielen Varianten in die Politdebatten einrachten, dass einem ganz schwindelig davon wurde. Und zuletzt erinnerten gar noch Oskar Lafontaine und Sarah Wagenknecht daran, wie besonders widerwärtig solcher Zombiesprech klingt, wenn er im roten Gewand daherkommt …
    Na, wenigstens haben wir inzwischen Frühling. Die Piepmätze treiben possierliche Späßchen vor dem Fenster, und die katalanische Zeitung La Vanguardia hat uns anlässlich unserer „Vorsicht Volk!“-Lesung in Magdeburg das Wahlergebnis der AfD analysieren lassen. Leider ist der Artikel nicht frei im Netz verfügbar. Was dagegen verfügbar ist, ist ein langes Interview zum selben Themenkomplex, das Frau Präkels der Berliner Gazette gab. Nicht gegeben sondern geführt hat sie außerdem ein Interview mit Almuth Berger und Uta Leichsenring zu den Pogromen und Menschenjagden der 1990er Jahre, nachzulesen im Buch „Generation Hoyerswerda“, erschienen im be.bra Verlag. Und – last not least – nähert sich ihr Taz-Fortsetzungsroman „Im Anwohnerpark“ nunmehr dem großen Finale. Herr Liske dagegen freut sich nach weitgehend unblutig verlaufenen Kämpfen mit der großartigen Lektorin Kristina Wengorz nun auf den Rohsatz seines Romans „Glücksschweine“, der im Mai im Verbrecher Verlag erscheint, und DER SINGENDE TRESEN sitzt schon wieder auf gepackten Tour-Koffern, um musikalisch an den großen Erich Mühsam zu erinnern.

    Hier ein paar …

    TERMINE

    Sa. 09.04.2016, 20 Uhr
    Das seid ihr Hunde wert! / Mühsamblues
    mit: DER SINGENDE TRESEN & Markus Liske

    Koeppenhaus
    Bahnhofstraße 4/5
    17489 Greifswald

    Sa. 07.05.2016, 19 Uhr

    Das seid ihr Hunde wert! / Mühsamblues
    mit: DER SINGENDE TRESEN & Markus Liske

    Peter Weiss Haus
    Doberaner Str.
    18057 Rostock

    Fr. 27.05.2016, 20 Uhr
    Vorsicht Volk! – Lesung
    mit: Manja Präkels, Markus Liske
    Café Trauma
    Afföllerwiesen 3A
    35039 Marburg

    Mehr Termine beizeiten. Genießt die Sonne!
    Eure Kulturknospenliebhaber in der
    Gedankenmanufaktur WORT & TON

     

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